Wir haben gelauncht, und “das ist gut so” ™ und nun geht es weiter in der offenen Beta-Phase. Viele Bugs werden von den Usern berichtet, etliche wurden schon gefixt, insbesondere sind natürlich die lästigen XSS-Sachen ganz oben an der Tagesordnung. Wir hatten ein Ziel, nämlich zur Next07 eine Beta zu launchen. Klar, wir hätten auch noch 3 Monate warten können, aber ich finde “release early, release often” viel besser, denn durch die offene Beta-Phase erfahren wir viel mehr über das Produkt und die mögliche Nutzung als beim Entwickeln im stillen Kämmerlein. 6 Wochen Entwicklung waren mehr als nur ambitioniert für dieses Portal und ich bin trotz aller Häme und Kritik, die gerade auf uns einprasselt, schon sehr stolz auf das geleistete. Klar, mehr geht immer und Umlaute wären auch sehr cool, aber das bekommen wir schon noch hin.
Ich bin gerade noch dabei, die Resonanz im Einzelnen auszuwerten, aber eines nur kurz, weil es wichtig ist: Selbstverständlich geht es bei Shoppero überhaupt nicht darum, dass wir die Userdaten an Dritte verkaufen. Diesen Passus streichen wir am Montag aus den Datenschutzbestimmungen, denn er ist für uns absolut unwichtig. Warum er drin stand? Wir waren jung und brauchten schnell Datenschutzbestimmungen. Diese waren generisch gehalten und weitreichend.
Eine andere Sache ist aber bislang überhaupt nicht zur Sprache gekommen, und zwar ein Passus aus den AGB, und den finde ich nicht minder interessant:
(3) Der Nutzer ist alleiniger Urheber der von ihm eingestellten Inhalte. Irgendwelche Verwertungsrechte an den Inhalten gehen mit Beendigung des Vertrages nicht auf den Betreiber über. Der Betreiber ist ausschließlich während der Laufzeit des Vertrages berechtigt, aber zu keiner Zeit verpflichtet, vom Nutzer bereitgestellte Inhalte zu veröffentlichen.
Dieser Passus gibt viel eher den Geist der Plattform wieder, wie er gelebt werden soll, als der unsinnige Passus in den Datenschutzbestimmungen. Wir bieten Shoppero an, damit die User mit ihrem Content Mikro-Erlöse erzielen können. Wenn sie dies nicht (mehr) wollen, dann kann dies jederzeit gestoppt werden und dann kann der User seinen Content selbstverständlich mitnehmen. Warum wir (noch) keine CC-Lizenz anbieten? Kürze der Zeit, sollte aber kommen, nur muß ich dafür noch viel tiefer in die Lizenz-Thematik eintauchen.
Der eher kühl klingende Begriff der Trafficveredlung hat ja nun auch deutlich seine Runden gemacht und hierzu möchte ich auch noch kurz noch etwas anfügen, später wird das Thema sicherlich noch ausführlicher behandelt werden. Shoppero stellt eine Plattform da, die Produktbewertungen von Usern aggregiert und beteiligt die User an den Werbe-Erlösen. Anteilig. Das bedeutet, wir versuchen, für die Werbung ein Umfeld zu bieten, die dem Werbetreibenden und dem Inhalte-Anbieter nutzen, in dem wir die User zielgerichtet zu Produkten führen und dort dann die entsprechende Werbung eingeblendet wird. Auf gut deutsch: auf meinem Kraut-und-Rüben-Privatblog finden zu viele unterschiedliche Themen statt und nicht jeder interessiert sich für alles, daher trifft die Werbung auch nicht immer so richtig ins Schwarze. Bei Kontext-abhängiger Werbung wie Google Adsense merkt man das oft sehr deutlich, was nicht gerade dazu führt, dass die Leser interessierter an der Werbung sind. Wenn wir nun Leser, die interessiert sind an einem speziellen Produkt, über einen Link in einem Artikel oder über ein Adget genanntes Widget zu einer Produktdetailseite führen, dann ist die Wahrscheinlichkeit ordentlich hoch, dass hier auch die Werbung gut passt.
Und darum geht es auch im Kern. Es geht um die faire Beteiligung der User an den von Ihnen erstellten Inhalten. Es geht nicht um die Beteiligung an einem Affiliate-Programm, sondern um die gesamten Werbe-Erlöse, die auf der Plattform Shoppero entstehen. Affliate, TKP, CPC, alles wird in einen großen Topf geworfen, dann nach PageImpressions der User aufgeteilt und dann über den Schlüssel 20% / 60% verteilt. Dabei bekommt der User 20% aller Werbe-Einnahmen, die bei seinem Traffic-Anteil auf den selbst verfassten Produktseiten entsteht und 60% der anteiligen Werbe-Einnahmen aus den durch Verlinkung entstehenden Seitenaufrufen. Ein kleines Beispiel, um dies zu verdeutlichen: An einem Tag entstehen auf der Plattform Shoppero insg. 10.000 EUR Werbe-Einnahmen. User X hat mit seinen Inhalten einen Anteil von 0,05% an dem gesamten Traffickuchen, also quasi 5 EUR. Von diesen 5 EUR erhält der User 20%, also 1 EUR. Super einfach zu rechnen, und das um diese Uhrzeit. Aber weiter. Der User X hat auf seinem Blog ein nettes Adget, in dem immer wieder neue Produkte vorgestellt werden. Viele User finden das praktisch und kommen über das Adget zu Shoppero und gucken sich dort einige Produkte an, surfen also ein wenig über die Site. Die durch diesen Referer entstehenden Seitenaufrufe entsprechen 1% des gesamten Traffics auf Shoppero, werden aber mit 60% vergütet, also in diesem Fall 3 EUR. Das sind schlanke 4 EUR am Tag, das macht noch nicht reich über Nacht, bringt aber auf den Monat gesehen durchaus etwas Geld in die Kasse.
So, und nun kommt natürlich die Frage auf, warum wir nur 20% für den Artikel geben und 60% für die entstandenen Seitenaufrufe und warum alles in einen Topf geworfen wird und der User nicht direkt sehen kann, wieviele Clicks auf seinen Seiten passieren, was wann wie und wo gekauft wird und so weiter. Die Antwort ist zweiteilig, aber wie ich finde, durchaus einleuchtend. Zum einen basiert Shoppero sehr stark auf Google Adsense, Google Adsense bietet allerdings nur 200 sog. URL-Filter an, d.h. wir könnten nur 200 Produktdetailseiten komplett analysieren und eigentlich wollten wir mehr Artikel auf der Plattform haben, also können wir dies nicht nutzen. Aber, und das ist der zweite, weitaus wichtigere Teil, wir glauben, dass dies absolut kontraproduktiv wäre. Indem wir quasi alle User als Kollektiv betrachten und alle Erlöse in einen Pott schmeissen und dann anhand des Traffic-Anteils abrechnen und noch dazu die Seitenaufrufe auf den Produktdetailseiten des Users geringer veranschlagen als die Seitenaufrufe bei Verlinkungen, schaffen wir quasi eine Art Zwischenschicht, die dem User den Anreiz nimmt, zur Steigerung seiner Erlöse tendenziös zu schreiben. Der einzelne User wird nie erfahren, ob sein Artikel zum Abverkauf von 23 Plasmafernsehern oder nur zu einem Click auf ein Werbemittel geführt hat. Das mag jetzt wenig transparent klingen, und das ist es auch, aber das ist in diesem Fall wirklich positiv zu sehen, denn die Versuchung, durch reisserische Artikel mehr Geld zu kassieren, wird von diesem Setup gebremst werden. Schliesslich wollen wir keine Produktbeschreibungen, in denen nur das allertollste steht, damit das Produkt gekauft wird, damit der User von den Einnahmen aus einem Affiliate-System profitiert, sondern eine ehrliche Meinung.
A propos Affiliate, natürlich werden wir nach und nach viele Produkte mit einem Affiliate-Link versehen, damit beim Abverkauf zusätzliche Erlöse generiert werden. Erst einmal machen wir das mit Amazon, weil die einen recht ordentlichen Produktkatalog haben und vieles abdecken. Wie evtl. schon mal erwähnt: wir wollten erst einmal starten.
Ich hoffe, dass dieses Posting etwas mehr erklärt, was Shoppero macht und vielleicht einige Fragezeichen weniger vorhanden sind. Wir wollten vorher nicht so genau erzählen, was wir machen, aber haben dann beim Start das Thema nicht so gut rüber gebracht, wie wir es wollten. Das sollte in den nächsten Tagen schleunigst nachgeholt werden.

Hi Nico,
dieser Post erklärt einiges! Find ich gut.
Und ich finde es vor allem gut, wie schnell ihr auf die Kritik eingeht! Das gefällt und rückt etliche negative Ersteindrücke wieder zurecht.
Aber das Adget verlinkt doch direkt in den Shop und nicht auf shoppero.
Ist der User nicht genervt, wenn er auf Shoppero mit Werbung zugeballert wird? Nimmt das nicht die Aufmerksamkeit von dem Produkt, das ich empfehle? Ich empfehle doch meinen Lesern ein Produkt, weil ich es gut finde, und nicht, damit sie dann mit Werbung zugeballert werden und dann doch wieder nicht wissen, was sie kaufen sollen.
Und die Seite des Werbetreibenden … ist es für einen Hersteller interessant genug, auf einer Seite werben, auf der die persönliche Empfehlung eines Users steht (inkl Link wo er es kaufen soll), die ja (angeblich) viel mehr wirkt als das Werbe-Palaver eines Markenartiklers? Bleibt da noch genug Relevanz für den Werbetreibenden?
äh nachtrag. nur der kaufen-link im widget bringt einen zum shop, das bild verlinkt auf shoppero. ist das wirklich so sinnvoll und trifft das die erwartung des users?